Malworkshop



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Am 17.September 2016 fand der letzte Malworkshop statt.

Angepasst an die Erntedankzeit war das Thema „Sonnenblumen“. Ein nicht ganz einfacher Malakt:
Es gab Teile im Bild, da war es nicht wichtig aufmerksam zu sein.  Die Farbe verlief und bildete egal wie eine interessante Struktur. Da konnte gar nichts passieren. Auch wurden manche Teile des Bildes ausgespart. Dadurch entstand eine Spannung zwischen nicht ausgemalten Elementen und bearbeiteten. Bis jetzt war alles locker und leicht.

Aber irgendwann kam die dunkle, pastös aufgetragene Farbe dran. Jetzt musste man sehr achtsam sein: ein falsch aufgetragener Pinselstrich könnte das ganze Bild „versauen“. Die volle Aufmerksamkeit lag auf diesen Strichen und trotzdem misslangen manche. Wie im richtigen Leben: es gibt Teile, die verwandeln sich spielerisch in eine gute Sache, kein Problem. Aber es gibt auch Zeiten, da haben Fehler eine Tragweite. Die machen wir so schnell nicht wieder gut. Die Momente muss man erkennen und achtsam sein und dann wissen was man tut. Manchmal geht ein Strich dann doch daneben. Dann erfordert es viel Zeitaufwand ihn zu reparieren. Und wenn man Glück hat, verzeiht das Bild den entstandenen Schaden. Manchmal wird es noch besser und es bekommt mehr Tiefe. Aber manchmal ist das Bild auch für immer zerstört.

Um zu wissen was das Bild braucht muss man sich einlassen, Abstand halten, mal andere Bilder ankucken, die Perspektive wechseln oder es einfach nur in Ruhe betrachten, inne halten. Und wenn man dann quasi „im Bild ist“, werden die richtigen Striche von allein richtig gesetzt. Aber dazu braucht man vor allem Zeit sich einzulassen. Diese Zeit ist sehr wertvoll, aber sie verhindert größeren Schaden. Wir sollten sie uns nehmen.

Barbara Steinlein