Gemeindehausbau 2015

Nach vierzig Jahren ist das Ev. Gemeindehaus in der Brunnenstr. 48 in die Jahre gekommen.
Der ev. Kirchengemeinderat stellte deshalb vor 2 Jahren fest:

"Eine Neugestaltung und Neuausrichtung des Gemeindehauses steht an."

Offensichtliche Mängel treten zu Tage: marodes, feuchtes Mauerwerk, mangelnde Isolierung, unpassende Räumlichkeiten sowie veraltete Heizung und Sanierungsbedarf in den sanitären Anlagen. Dazu kommen gesetzliche Auflagen, die für öffentliche Gebäude gelten: Brandschutz, Barrierefreiheit, behindertengerechte Toiletten sowie Ausbau der Fluchtwege.

Unabhängige Gutachter veranschlagen Sanierungskosten in Höhe von 800.000 €.

Eine Sanierung des alten Gemeidehauses mit erforderlichem Umbau verursacht Kosten in Höhe von 1.000.000 €.

Das Alte erhalten?

Der Kirchengemeiderat hat verschiedene Möglichkeiten geprüft und sich mehrheitlich für einen Neubau ausgesprochen. Ein neues Zuhause kostet ebenfalls ca. 1.000.000 € und schafft entscheidende Vorteile.

Das neue Zuhause ...

  • schafft flexible Räume für alle Kreise und Gruppen,
  • bietet Möglichkeiten für Feste und Feiern, Besinnung und Andacht,
  • ist für Kinderwagen, Rollatoren und für mobilitätseingeschränkte Menschen barrierefrei nutzbar,
  • wird umweltschonend bewirtschaftet weil es energetisch auf dem neusten Stand ist,
  • spart langfristig erhebliche Kosten durch kompakte Bauweise.

Wie geht es weiter?

  • die Mitglieder des Kirchengemeiderates bitten um Rückmeldung und wünschen eine lebhafte Diskussion.
  • Der Beschluss für den Neubau soll am 15.Juli 2015 in öffentlicher Sitzung gefasst werden.
  • Die Landeskirche und der ev. Kirchenbezirk Neuenbürg übernehmen 45% der Baukosten (ca. 450.000 €).
  • Die Kirchengemeinde benötigt weitere 350.000 €, um mit dem Neubau beginnen zu können.

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Johannes Luithle 15.01.2016 09:25

Lieber Herr Rentschler,

danke für Ihre Nachfrage.
Bisher liegt noch keine Entscheidung des Kirchengemeinderates vor ob und wo ein neues Gemeindehaus gebaut werden kann.
Ich hoffe, dass wir bis Sommer in dieser Frage Klarheit haben.

Wenn der Kirchengemeinderat sich dafür entscheiden würde, an anderer Stelle neu zu bauen, dann würde das Gelände samt Gemeindehaus zum Verkauf anstehen.

Liebe Grüße
Johannes Luithle

Michael Rentschler 12.01.2016 10:57

Ich habe folgende Frage: Wo würde das neue Gemeindehaus hin kommen? Was passiert mit dem alten Gemeindehaus?
Ich würde mich sehr bedanken wen ich eine Antwort bekommen würde. Mit freundlichem Gruß Michael Rentschler

Der Kirchengemeinderat informiert - neuer Sachstand 20.07.2015 11:30

Ergebnis der KGR-Sitzung vom 15. Juli 2015

Der KGR nimmt die Rückmeldungen und Anfragen der Gemeinde zum Neubau eines Gemeindehauses ernst.

Der KGR ist sich bewusst, dass vor einem Grundsatzbeschluss noch weitere Informationen zur Meinungsbildung nötig sind.

1. Sind wirklich schon alle Standorte für ein neues Gemeindehaus ausgelotet? Wenn man sich vom Alten trennt, gebe es dann nicht noch geschicktere Möglichkeiten in der Nähe der Kirche?

2. Die Höhe der Kosten muss noch besser und detaillierter kommuniziert werden. Dabei muss auch deutlich werden, welche Umbaumaßnahmen gewünscht und welche unbedingt erforderlich sein müssen.

3. Der Kirchengemeinderat ist aufgefordert eine klare Vision für die Nutzung des Gemeindehauses zu entwickeln.

4. Kleinere Renovierungsarbeiten sind am 11. Juli durchgeführt worden und sollen für den Clubraum ebenfalls erfolgen.

Der Kirchengemeinderat will am Projekt dranbleiben und die offenen Fragen beantworten.

Schröter Gabrielle 02.07.2015 10:54

Hier noch etwas zum Nachdenken:
Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein hat ein Merkblatt zum Thema veröffentlicht, das eine überraschende Einsicht liefert. Die Energie, die für den Neubau eines Minergiehauses (Minergie ist ein Gebäudeenergiestandard in der Schweiz) verwendet wird, ist doppelt so hoch wie der spätere Verbrauch. Umso interessanter ist es, bestehende Bausubstanz weiterzuverwenden. «Deshalb gewinnt die graue Energie eines Gebäudes als Aspekt zur Beurteilung der ökologischen Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung.»
Der Franzose Olivier Sidler zählt zu den renommiertesten Energieexperten im Baubereich in Europa. Er schlägt den Bogen zur CO2-Reduktion: «Es ist tausendmal besser, ein Gebäude zu sanieren, statt es abzureißen. Die Treibhausgasrechnung kommt klar besser raus. Falls nichts auf der sozialen oder der menschlichen Ebene zu einem Abriss zwingt, muss man die Struktur behalten und sanieren, egal, wie schwierig oder kostenaufwendig das ist. Es ist eine Frage der Logik beim Energieverbrauch.»
An der ETH Zürich ist Holger Wallbaum für nachhaltiges Bauen zuständig. Er weist auf strukturelle Gründe hin, die zu Neubauten führen: «Man kann ein Gebäude schon nach zehn Jahren abbrechen und wird durch Abschreibungen und steuerliche Absetzungen dafür finanziell noch von Staat und Markt belohnt. So vergesse man den massiven energetischen Aufwand einer Baustellenorganisation.
Auch die Ausbildung der Architekten ist nicht auf Sanierungen ausgerichtet: Sie werden im Gegenteil darin geschult, neu zu bauen und sich nur so frei äußern zu können. An einem Werk weiterzuarbeiten, das man nicht selbst geschaffen hat, tut manchem Ego weh: Wer saniert, poliert das Gebäude eines anderen und wird nicht bekannt. Es werden denn auch keine internationalen Architekturpreise vergeben, die sich mit Sanierungsbeispielen befassen.
Doch es gibt auch praktische Gründe, die gegen Sanierungen sprechen, etwa die gewünschte Gebäudefunktion: Es ist schwierig, aus einem Wohngebäude mit vielen Trenn- und Tragwänden ein Openspacebüro zu machen. Der Architekt müsste zu stark in die Gebäudestruktur eingreifen.
Eine intelligente Sanierung ist schließlich eine Zeitfrage. «Man kann eine Struktur nicht bewerten, solange man sie nicht gut kennt», erklärt der Zürcher Architekt Karl Viridén, der sich nur mit umweltorientierten und energiesparsamen Sanierungen befasst. «Viele Parameter sind wichtig und müssen studiert werden.» Ein Architekt muss dann mit anderen Fachleuten wie Energieberatern oder Lüftungstechnikerinnen kooperieren, um den Zustand der Bausubstanz zu klären – ob man sie etwa aufbrechen kann, damit mehr natürliches Licht einfällt. Eine kollegiale und keine hierarchische Zusammenarbeit ist Voraussetzung.

Klaus Wundersee 19.06.2015 14:49

Sehr geehrter Herr Reusch,

vielen Dank für die ausführliche Darstellung der Kosten!
Trotzdem bleibe ich dabei, dass die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen steht! Vielleicht können wir uns von dem Gemeindehaus ganz trennen und die Aktivitäten mit kleinen räumlichen Änderungen innerhalb der Kirche durchführen???

Kleine Anmerkung: Wenn mein Name auch wunderlich klingt, führe ich den schönen Namen WUNDERSEE!

Reinhold Reusch, Kirchengemeinderat 18.06.2015 22:23

Sehr geehrte Herren Obert und Wunderlich,

vielen Dank für Ihre Anregungen und offene Kritik an unserem Gemeindehaus-Projekt.
Wir können Ihre Bedenken gut nachvollziehen, 800.000 € -1 Mio. € in das alte oder neue Gemeindehaus zu investieren.
Vor der ersten Begehung mit einem Architekten der Kirchenleitung schätzten wir intern einem Aufwand in Höhe von ca. 200.000 € und waren nach der ersten Hochrechnung des Architekten in Höhe von 640.000 € völlig überrascht.
Nach Begehung eines zweiten freien Architekten wurde uns diese Summe bestätigt.
Schließlich haben wir einen dritten Architekten der Kirchenleitung gebeten, die Zahlen zu prüfen und die Auflagen des Brandschutzes einzubeziehen und eine Lösung für das Treppenhaus vorzuschlagen.
Auch hier konnten die Zahlen nicht nach unten korrigiert werden.

Deshalb wollen wir Ihnen zum besseren Verständnis im Detail aufschlüsseln, wie diese Zahlen zustande kommen.

Renovierung Brandschutz mit 2. Fluchtweg ca. 70.000 €
Saal und Foyer: ca. 180.000 €
Sanitäre Anlagen, behindertengerechtem Umbau ca. 100.000 €
Fassaden und energetische Sanierung ca. 180.000 €
Jugendbereich: ca. 30.000 €
Ausstattung: ca. 40.000 €
Nebenkosten: ca. 110.000 €
Treppenhaus EG-UG im Foyer ohne zusätzlichem Anbau: Ca.90.000 €
Die meisten der oben aufgeführten Maßnahmen sind für öffentliche Gebäude gesetzlich vorgeschrieben und müssen vorgenommen werden, um das Gemeindehaus benutzen zu können.

Ein wünschenswerter und notwendiger Umbau des Gemeindehauses ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Gerne laden wir Sie und alle Interessierten am 11.07.15 10:00 ein, selber das Gemeindehaus zu besichtigen, um sich ein Bild zu machen.

Wir freuen uns, mit Ihnen im Gespräch zu bleiben

Mit freundlichen Grüßen

Reinhold Reusch

Reinhold Reusch, Kirchengemeinderat 18.06.2015 22:22

Sehr geehrte Herren Obert und Wunderlich,

vielen Dank für Ihre Anregungen und offene Kritik an unserem Gemeindehaus-Projekt.
Wir können Ihre Bedenken gut nachvollziehen, 800.000 € -1 Mio. € in das alte oder neue Gemeindehaus zu investieren.
Vor der ersten Begehung mit einem Architekten der Kirchenleitung schätzten wir intern einem Aufwand in Höhe von ca. 200.000 € und waren nach der ersten Hochrechnung des Architekten in Höhe von 640.000 € völlig überrascht.
Nach Begehung eines zweiten freien Architekten wurde uns diese Summe bestätigt.
Schließlich haben wir einen dritten Architekten der Kirchenleitung gebeten, die Zahlen zu prüfen und die Auflagen des Brandschutzes einzubeziehen und eine Lösung für das Treppenhaus vorzuschlagen.
Auch hier konnten die Zahlen nicht nach unten korrigiert werden.

Deshalb wollen wir Ihnen zum besseren Verständnis im Detail aufschlüsseln, wie diese Zahlen zustande kommen.

Renovierung Brandschutz mit 2. Fluchtweg ca. 70.000 €
Saal und Foyer: ca. 180.000 €
behindertengerechtem Umbau der sanitären Anlagen ca. 100.000 €
Fassaden und energetische Sanierung ca. 180.000 €
Jugendbereich: ca. 30.000 €
Ausstattung: ca. 40.000 €
Nebenkosten: ca. 110.000 €
Treppenhaus EG-UG im Foyer ohne zusätzlichem Anbau: Ca.90.000 €
Die meisten der oben aufgeführten Maßnahmen sind für öffentliche Gebäude gesetzlich vorgeschrieben und müssen vorgenommen werden, um das Gemeindehaus benutzen zu können.

Ein wünschenswerter und notwendiger Umbau des Gemeindehauses ist dabei noch nicht berücksichtigt.


Gerne laden wir Sie und alle Interessierten am 11.07.15 10:00 ein, selber das Gemeindehaus zu besichtigen, um sich ein Bild zu machen.

Wir freuen uns, mit Ihnen im Gespräch zu bleiben

Mit freundlichen Grüßen

Reinhold Reusch, Kirchengemeinderat

Klaus Wundersee, Parkstr. 25, 75328 Schömberg 17.06.2015 10:59

Hat der Kapitalismus auch unsere Kirche überrollt? Wir brauchen keinen Prunkbau für einen kleinen Kreis unserer Gemeinde. Kreativität und weniger ist mehr (Sanierung) reichen völlig aus!

Wolfgang Obert 13.06.2015 16:30

Ich halte die Idee, das bestehende, sehr ordenliche Gebäude abzureisen und für 1 Mill. € ein neues kleineres Gebäude zu bauen für völlig verantwortungslos. Sanierungskosten von 800.000 € halte ich für total überzogen. Zu behaupten dass das Mauerwerk morsch wäre ist Blödsinn!!!
Ich hoffe, dass der Geist des Vernunftes über den Gemeinderat kommen werde.
Wolfgang Obert