Kirchengeschichte Schömberg

Das erste Kirchlein entstand im Laufe des 14. Jh. - eine Marienkirche. Bis dahin mussten die Bauern zum Gottesdienst hinunter nach Zell (Liebenzell) gehen. Etwa um das Jahr 1500 wurde die alte Marienkapelle erweitert oder ein Neubau erstellt, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden.

Diese Kirchen standen im alten Friedhof an der Hugo-Römpler-Straße. Mit dieser neuen großen Kirche wurde auch eine neue Pfarrei gegründet. Das neue Kirchspiel reichte von Schömberg bis Bieselsberg und Kollbach.

Schömberg wurde mit dem Amt Liebenzell zusammen 1555 evangelisch.

Jahrhunderte gingen ins Land und nagten an dieser Kirche.
1828 wandten sich die Schultheißen des Kirchspiels mit einer Bittschrift an König Wilhelm von Württemberg um Erbauung einer neuen Kirche.
Dies wird 1831 genehmigt und schon im September 1833 kann die Einweihung der neuen Kirche gefeiert werden.

An der Kreuzung der Straßen nach Liebenzell und Igelsloch entstand eine mächtige Kirche in schlichtem Stil, sowohl im Äußeren als auch im Inneren.
Die Bänke standen parallel zur Längsseite. Der Altar befand sich vor der Tür, die in die Sakristei führt.

Als man dem 100 jährigen Jubiläum der Kirche entgegensah, wuchs das Bedürfnis, die Kirche umzugestalten und gründlich zu erneuern: Man vergrößerte die Orgelempore und baute unter derselben zwei Säle für die Gemeindearbeit ein.
Altar und Kanzel wurden auf die der Orgel gegenüber liegenden Querwand versetzt und die Bänke danach ausgerichtet.
Die Altarwand erhielt ein großes Fresko.

25 Jahre später (1958) erhält die Kirche im Inneren wieder ein neues Gesicht:
Nach den Plänen von Prof. Yelin wird die Kirche an Wänden und Decken farblich neu gegliedert und freundlicher gestaltet.
Das alte, wertvolle Kruzifix aus dem 14 Jh. erhält den ihm gebührenden Platz hinter dem Altar. Dahinter ist das von Prof. Yelin gestaltete Bild mit den 12 Toren des himmlischen Jerusalem zu sehen.

Die Schömberger Kirche besitzt in der Orgel des bedeutenden Orgelbauers Laukhuff aus Cannstatt ein wichtiges Kleinod.
Musikdirektor French, der die Orgel bei der Übernahme 1841 zu prüfen hatte, stellte ihr das Zeugnis aus, dass sie in ihrer technischen Ausführung, wie in der Schönheit ihres Tones unter die vorzüglichsten Orgelwerke gezählt werden dürfte.

Um diese Qualität zu erhalten bzw. wieder herzustellen, wurde die Orgel im Jahre 1992 einer gründlichen Restauration und Ausbesserung früherer Änderungsarbeiten unterzogen.
Seit Oktober 1993 erstrahlt sie wieder in neuem Glanz und altem Klang.

Auch die Glocken der Kirche mussten eine wechselvolle Geschichte mitmachen, die im Wesentlichen durch die Kriegszeiten des 20. Jh. geprägt waren. Das heute vier-stimmige Geläute wurde 1963 vervollständigt

Anfang des neuen Jahrtausends waren wieder eine gründliche Renovierung und eine Anpassung der Nutzungsmöglichkeiten an die heutige Zeit notwendig.
Im Jahre 2002 wurden diese Arbeiten ausgeführt:
Wesentliche Änderungen waren die Erhöhung des Kirchenbodens im Altarbereich über die gesamte Kirchenbreite um 2 Stufen. Außerdem wurde die Kanzel näher zu den Gläubigen versetzt.
Die beiden Räume unter der Empore wurden neu aufgeteilt und gestaltet.
Sie dienen den Gemeindegliedern zu Zusammenkünften und Gesprächen in kleinerem Kreis.

Wir hoffen, dass unsere Kirche mit diesen Änderungen den Bedürfnissen unserer christlichen Gemeinschaft genügt und angenommen wird.

Text: Wolfgang Obert vom Heimat- und Geschichtsverein Schömberg

 

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